Digitalisierung in der Kraftfahrtversicherung

Aktuelle Entwicklungen und Rechtsfragen

  • Konzept

    Das Seminar befasst sich mit den tatsächlichen und rechtlichen Herausforderungen der Digitalisierung in der Kraftfahrtversicherung. Gegenstand des Seminars soll dabei auch das Aufzeigen von Möglichkeiten und Lösungsansätzen sein.

    Seit 2016 beschäftigt sich das vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Verkehr geförderte Projekt PEGASUS mit der notwendigen Sicherheitsargumentation sowie dem Sicherheitsnachweis für eine hochautomatisierte Fahrfunktion. Dabei adressiert das Projekt zwei zentrale Fragen: Wie sicher ist sicher genug? Und wie weisen wir die Sicherheit nach? Das Ergebnis ist eine allgemein anwendbare Methode zur Absicherung der Fahrfunktion. Diese Methode sowie praxisnahe Beispiele und weitere Herausforderungen werden im Rahmen des Vortrages von Dipl.-Ing. Jens Mazzega adressiert.

    Schon seit mehreren Jahren gibt es eine intensive Diskussion auf nationaler wie europäischer Ebene, wie der Zugang zu den Fahrzeugdaten eines vernetzten Kraftfahrzeuges zu ermöglichen ist, damit der Verbraucher ein breites Angebot an Dienstleistungen erhalten kann. Eine Monopolisierung des Datenzuganges zugunsten der Kraftfahrzeughersteller wäre für den freien Wettbewerb die schlechteste Lösung - und hätte eine massive Beeinträchtigung der möglichen Angebotsvielfalt für den Verbraucher zur Folge. Auf nationaler wie europäischer Ebene wird erkannt, dass der Verbraucher selbst entscheiden soll, wem er welche Daten für Dienstleistungen zur Verfügung stellen möchte. Der Vortrag von Dr. Tibor Pataki soll über die aktuelle Situation aus der Sicht des GDV berichten.

    Daten aus vernetzten Kraftfahrzeugen sind also ein wichtiges Informationsgut. Halter und Fahrer müssen wissen, welche Daten das Fahrzeug speichert, und sie allein müssen bestimmen können, was mit den Daten außerhalb des Fahrzeugs geschieht. Berechtigte Unternehmen sollten wettbewerbsneutral auf die gespeicherten Datensätze zugreifen dürfen. So weit, so gut - und dann? In den Unternehmen muss mit den Daten etwas geschehen, das Kundennutzen stiftet. Nur dann wird der Kunde bereit sein, diesen Weg mitzugehen. Michael Bokemüller wir aufzeigen, was das sein kann, was dabei wichtig ist zu berücksichtigen und welche Erfahrungen bisher in der Praxis existieren.

    Nachdem mit dem Unfallmeldedienst das Level Playing Field der Versicherungswirtschaft für den Datenaustausch aus Fahrzeugen geebnet wurde und ein breites Spektrum an Erfahrungen gewonnen werden konnte, wird aktuell die für den Unfallmeldedienst geschaffene Infrastruktur erweitert und genutzt, um mithilfe von Testfeldern gemeinsam mit den Automobilherstellern Erkenntnisse über den Datenaustausch zwischen vernetzt fahrenden Fahrzeugen und der Versicherungswirtschaft zu erlangen. In einem Erfahrungsbericht wird Helge Blum darstellen, wie sich die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Automobilherstellern gestaltet, welche Möglichkeiten bereits heute bestehen und wie zukünftig technisch ein zentraler Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und der Versicherungswirtschaft organisiert werden kann.

    Der Innovationsexperte Christoph Hahn erläutert in seinem Vortrag die nächste Generation im Kundenservice am Beispiel der vollautomatisierten Schadensmeldung und -bearbeitung bei Kraftfahrtversicherungen. Mit dem Einsatz von Chatbots können Unternehmen das private Kommunikationsverhalten des Kunden auf Geschäftsprozesse übertragen. Die Weiterentwicklung zu einem digitalen Assistenten setzt auf Technologien der künstlichen Intelligenz. Erleben Sie Kundenbegeisterung am Praxisbeispiel des digitalen Versicherungsassistenten.

    Die Free-Floating-Angebote nehmen zu. Neben Bike- und Car-Sharing ist seit dem 15. Juni 2019 im öffentlichen Straßenverkehr auch der E-Scooter nutzbar. Während sich der Gesetzgeber hiervon eine Entlastung des Straßenverkehrs verspricht, hat das Magazin Süddeutsche Zeitung – humorvoll, aber der Tendenz nach zutreffend – darauf hingewiesen, dass aus dieser Entwicklung der Vorteil zu einem Fünftel bei jungen Großstädtern und zu vier Fünfteln bei Unfallchirurgen und Sportorthopäden liegen dürfte. Einen Ausblick, inwieweit sich insbesondere KH- und AH-Versicherer mit den E-Scootern werden auseinandersetzen müssen, wird Verena Ottenstreuer geben und hierbei auf die Besonderheiten der Regulierung von Personenschäden bei Unfällen mit Fußgängern eingehen. 

  • Inhalte

    ab 09:00 Uhr Empfang und Registrierung

    09:30 Uhr Begrüßung und Einführung

    Verena Ottenstreuer

    Das Projekt PEGASUS

    • Welche Anforderungen müssen selbstfahrende Fahrzeuge erfüllen?
    • Wie lassen sich Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme nachweisen?
    • Wie gut ist gut genug?

    Dipl.-Ing. Jens Mazzega


    11:00 Uhr Kaffeepause


    Das vernetzte Kraftfahrzeug - Zugang zu den Fahrzeugdaten

    Aktuelle Entwicklungen auf nationaler und europäischer Ebene

    Dr. Tibor Pataki

    Die TGIC (Trusted German Insurance Cloud) als zentraler Hub der Versicherungswirtschaft für Daten aus vernetzt fahrenden Kfz

    • Erfahrungen aus dem Unfallmeldedienst für das Vernetzte Kfz
    • Architektonischer Aufbau der zentralen Infrastruktur
    • Erfahrungen aus den PoC mit BMW, Daimler, Audi und Volvo
    • Zukünftige Nutzungsmöglichkeiten für die Versicherungswirtschaft

    Helge Blum

    Smart Insurance in der Praxis

    • Daten aus Fahrzeugen
    • Zusätzlicher Service
    • Zusätzliche Erkenntnisse

    Michael Bokemüller


    13:00 Uhr Mittagessen


    Schadenmeldung leicht gemacht - Chatbot und künstliche Intelligenz im Kundenservice

    • Herausforderungen im Schadenservice
    • Gemeinsames Verständnis über Chatbots und künstliche Intelligenz
    • Kundenbegeisterung am Praxisbeispiel des digitalen Versicherungsassistenten erleben
    • Chancen und Risiken der Trends in der Kraftfahrtversicherung

    Christoph Hahn


    15:30 Uhr Kaffeepause


    Aktuelle Rechtsfragen rund um den E-Scooter

    • Free-Floating und die Einführung des E-Scooters
    • Behandlung durch den KH- und AH-Versicherer
    • Unfälle mit Fußgängern

    Verena Ottenstreuer


    17:00 Uhr Ende des Seminars

     

    Programmänderungen bleiben vorbehalten.

     

  • Teilnahmeinformationen

    Teilnehmerkreis

    Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter und Leiter von Versicherungsunternehmen, die mit Produktgestaltung, vertriebsrechtlichen und sonstigen Fragestellungen im Bereich der Kraftfahrtversicherung beschäftigt sind, Mitarbeiter und Leiter der Rechtsabteilung, Versicherungsvermittler sowie Rechtsanwälte.

    Teilnahmegebühr

    Die Teilnahmegebühr umfasst die digitalen Seminarunterlagen und die Bewirtung während der Veranstaltung.

    Seminarzeiten

    Das Seminar wird in der Zeit von 09:30 bis 17:00 Uhr durchgeführt. Vormittags und nachmittags findet jeweils eine Kaffeepause von 15 Minuten und mittags eine Pause von 60 Minuten statt.

    Hinweise zu FAO und Bildungszeit*

    Sie erhalten für Ihre Teilnahme ein Zertifikat über 6 Stunden nach § 15 FAO bzw. 6 Stunden Bildungszeit gem. den Vorgaben der IDD.  


     

    Veranstaltungsort 

    Lindner Hotel City Plaza, Köln

    Übernachtung

    Hotelbuchungen erfolgen durch die Teilnehmer selbst. Ein begrenztes Zimmerkontingent (129,- € inkl. gesetzl. MwSt. für Zimmer inkl. Frühstück zzgl. Kulturförderabgabe) steht im Veranstaltungshotel zum Abruf bis zum 18. August 2019 unter dem Stichwort "VersicherungsForum" zur Verfügung.

     

    * Wir übernehmen keine Garantie für die Anerkennung der Fortbildung durch einzelne Rechtsanwaltskammern. Schadensersatzansprüche sind ausgeschlossen.

    Unsere Datenschutzhinweise für Teilnehmer finden Sie hier.

Web-Code
VF202
Preis

490,00 zzgl. ges. Mwst.

583,10 € inkl. gesetzl. MwSt. Bei einer Sammelanmeldung zu derselben Veranstaltung erhält der dritte sowie jeder weitere Teilnehmer desselben Unternehmens 25% Rabatt auf die Teilnahmegebühr.

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