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Sach- und Elektronikversicherung

Überspannungsschäden

  • Konzept

    Nach einer fachlichen Einführung wird sich das Seminar zuerst mit dem Thema der Blitzauskunftssysteme auseinandersetzen. Diese Systeme werden seit sehr langer Zeit weitestgehend unverändert eingesetzt und wenig bis gar nicht hinterfragt.  Das dort ein sehr hohes Optimierungspotential in der Regel brach liegt, ist überwiegend unbekannt. Dieses gilt es aufzuzeigen. Anschließend folgt das Thema Vorabbewertung der gemeldeten Schäden und anschließend der Rechtsprechung zuwenden. 

    Weitere Themen sind danach die Betrugsversuche mitsamt der Manipulation zur Erzeugung von Spuren, dubiose Prüfmethoden mit dem Thema der Zuverlässigkeit der sachverständigen Aussage sowie das weite Feld der Instandsetzungsmaßnahmen mit dem teilweise grenzwertigen Verhalten von Handwerkern und Herstellern – insbesondere der Alles-Neu-Philosophie unter dem Deckmantel der Sicherheit und Gewährleistung unter Beachtung der normativen Vorgaben. Abschließend beschäftigt sich das Seminar mit den Fragen zur gesetzlichen und normativen Verbindlichkeit von Überspannungsschutzmaßnahmen, den Obliegenheiten vor Schadeneintritt und dem Aufzeigen des daraus resultierenden Regresspotentials.

  • Ziele / Nutzen

    Blitze und Überspannungen durch Schalthandlungen verursachen jährlich mehr als 500.000 Schäden bei Hausrat-, Gebäude- und technischen Versicherungen. Dabei steigen die Kosten für die Einzelschäden stetig an, alleine in den letzten sechs Jahren um ca. 30 Prozent. Grund für diesen Anstieg ist das stete Zunehmen der Elektroniken in Haushalten und Betrieben, die steigende Komplexität der Systeme und die klimabedingte Zunahme von Gewittertätigkeiten.

    Die starke Saisonabhängigkeit und regional unterschiedliche Verteilung der Gewitter führen zu organisatorischen Problemen im Handling solcher Schäden. In der Handhabung dieser Schadenart steckt einiges an Möglichkeiten der Optimierung und Kosteneinsparung, die häufig nicht erkannt werden. Im Zuge des Seminars wollen wir auf diese detailliert hinweisen, Möglichkeiten zur Schadenserstbewertung anhand nachvollziehbarer Ablaufdiagramme aufzeigen, um somit die Umsetzung des Erfahrenen in die täglichen Arbeitsabläufe von Schadenabteilungen zu vereinfachen.

  • Inhalte

    Entstehung und Vorabbewertung von Überspannungsschäden

    • Entstehung von Gewitterereignissen und Blitzen
    • Statistische Daten zu Schadenszahlen und Trends
    • Differenzierung zwischen Überspannungen durch Blitze und Schalthandlungen
    • Wege der Einkopplung von blitzbedingten Energien in Anlagen und Geräten
    • Abgrenzung zwischen direktem Blitzeinschlag und Überspannungsschäden
    • Wirkungsradius von Blitzen
    • Blitzmess- und Bewertungssysteme, Analyse und Verwertbarkeit dieser Blitzdaten, Vergleich der Messsysteme, zukünftige Entwicklungen und die Vorhersagbarkeit von Überspannungsschäden auf Basis dieser Messsysteme
    • Rechtsprechung zur Verwertbarkeit von Blitzmessdaten
    • Schäden durch Blitze und Überspannungen
    • Vorabbewertung von Überspannungsschäden anhand vorliegender Daten zur Vermeidung unnötiger Sachverständigenkosten

     

    Rechtsprechung und Diskussionen zum Thema Überspannungsschäden

    • Definition der elektromagnetischen Verträglichkeit gemäß EMVG
    • Haftung des Netzbetreibers (BGH,Urteil v. 26.05.2004, Az.: VIII ZR 311/03)
    • Überspannung durch fehlerhafte Neutralleiter (BGH, Urteil AZ.: VI ZR 144/13)
    • Weitere Rechtsprechungsbeispiele
    • Deckungsfragen bei Blitz- und Überspannungsschäden

     

    Betrug bei Überspannungsschäden

    • Übliche Betrugsversuche
    • Anstiftung durch Handwerker
    • Manipulationsversuche und -methoden
    • Praktische Versuche zur Manipulation
    • Erkennbarkeit von Betrugsversuchen
    • Rechtliche Würdigung des versuchten Betrugs

     

    Methodik der Prüfung

    • Abgrenzung zwischen Betriebsschäden und Überspannungsschäden
    • Abgrenzung blitzbedingte Schäden und Schäden durch Schalthandlungen
    • Was und wie wird technisch geprüft, erforderliche Messtechnik
    • Feinfokus-Röntgenanalyse
    • Praktische Vorführung
    • Ortstermin kontra Laborprüfungen
    • Aufwand und Kosten solcher Prüfungen
    • Grenzen der Prüfung
    • Zuverlässigkeit der sachverständigen Aussage
    • Grundsätze der Sachverhaltsermittlung und Fragen der Beweislastverteilung

     

    Instandsetzungsmethoden

    • Umfang der zu erwartenden Schäden nach direkten Blitzeinschlägen und Überspannungsschäden
    • Was für den Handwerker prüfbar und reparabel ist
    • Brandgefahr durch Blitzfolgeschäden/Isolationsschäden
    • Problematik Vollaustausch bei Heizungssteuerungen und Meldeanlagen
    • Regulierung von Gewährleitungsansprüchen und theoretischen Schadenforderungen
    • Werteermittlungen und Zeitwertberechnung

     

    Normen und Vorschriften zum Blitz- und Überspannungsschutz

    • Gesetzliche Vorgaben EMVG, ENWG, TRBS, DGUV V3 (VBG A3), Bauordnungen der Länder, Bauvorschriften
    • Rechtliche Bedeutung von Normen/Verbindlichkeit der allgemein anerkannten Regeln der Technik
    • DIN VDE Vorschriften zum Schutz vor Blitz und Überspannung
    • Obliegenheitspflichten des VN vor Schadeneintritt und Prüfung
    • Regressmöglichkeiten gegen Hersteller, Handwerker und Prüfer
    • Rechtsprechung zu Obliegenheiten und Regress

     

    Prozessoptimierung im Handling von Überspannungsschäden

    • Zukünftige Entwicklung der Technik, Schadenzahlen und Schadenkosten
    • Übliche Mängel im Organisationsablauf des Schadenhandlings
    • Vermeiden unnötiger Kosten und Bearbeitungszeiten mittels qualifzierter Erstbewertung
    • Unterschiedliche Fallbeispiele und zugehörige mögliche Ablaufdiagramme
  • Teilnahmeinformationen

    Das sehr praxisnahe Vertiefungsseminar wird durchgeführt von langjährig tätigen Experten und richtet sich an folgende Interessentenkreise:  Mitarbeiter der Schaden-, Leistungs- bzw. Regulierungsabteilungen von Versicherungsunternehmen, an Regulierungsbüros, Sachverständige und an Versicherungsvermittler sowie an jeden an der Sachversicherung Interessierten.

    Die Teilnahmegebühr umfasst die kompletten Tagungsunterlagen und die Bewirtung während der Veranstaltung.

    Das Seminar wird in der Zeit von 09:30 bis 17:00 Uhr durchgeführt. Vormittags und nachmittags findet jeweils eine Kaffeepause von 15 Minuten und mittags eine Pause von 60 Minuten statt.

    Sie erhalten für Ihre Teilnahme ein Zertifikat über 8 Weiterbildungspunkte für die Initiative "gut beraten".

490,00
zzgl. ges. Mwst.
Bei einer Sammelanmeldung zu derselben Veranstaltung erhält der dritte sowie jeder weitere Teilnehmer desselben Unternehmens 25% Rabatt auf die Teilnahmegebühr.
Web-Code
VF409

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