Deckungsfragen in der Kraftfahrtversicherung

Technische Sachverhaltsaufklärung und rechtliche Leistungsprüfung

  • Konzept

    Das Seminar behandelt häufig auftretende Fragestellungen aus dem Deckungsbereich. An aktuellen Beispielen werden typische Streitpunkte aus der Kfz-Haftplicht- sowie der Kaskoversicherung mit Lösungsansätzen aufgezeigt und wichtige Fragen der Schadenregulierung erörtert.

    Technische Fragen spielen bei der Deckungs- und Leistungsprüfung zunehmend eine Rolle. Nur bei vollständiger Aufklärung und Aufarbeitung des Sachverhalts kann die richtige Regulierungsentscheidung getroffen werden. Mit interdisziplinären Ansätzen greifen die Referenten Themenkomplexe auf, mit denen sie in ihrer beruflichen Praxis zunehmend zu tun haben. Im Fokus stehen Schadenfälle, die mit der herkömmlichen Informationsbeschaffung häufig schwer aufzuklären sind. Der vorsätzliche herbeiführte Versicherungsfall, sei es der Unfall oder die mut- oder böswillige Beschädigung, ist äußerlich von dem „echten Schadenereignis“ nicht zu unterscheiden. Hinter dem Wildschaden, noch mehr aber hinter dem Wildausweichschaden, wird oft ein Unfallgeschehen aufgrund einer Alkoholisierung oder eines Fahrfehlers zu vermuten sein, ebenso bei der Unfallflucht. Die Rechtsprechung zu diesen Schadenfällen und Obliegenheiten ist im Fluss, führt teilweise zu komplexen Deckungsfragen, wie etwa der - in der Rechtsprechung unterbliebenen - Abgrenzung der mut- und böswilligen Beschädigung vom Unfall oder der rechtlichen Einordnung der Unfallflucht als selbstständige vertragliche Verpflichtung neben der strafbewehrten gesetzlichen Verpflichtung des § 142 StGB.

    Für die Regulierung hat die Klärung dieser Fragen eine erhebliche Bedeutung. Im Wechsel mit der rechtlichen Aufbereitung der Themen werden die Möglichkeiten der technischen Aufklärung erläutert. Die rekonstruktive Analyse des Geschehens kann ein wesentlicher Bestandteil der Tatsachenfeststellung sein und damit die rechtliche Einordnung des Geschehens im Sinne einer für beide Seiten, den Versicherer und den Versicherungsnehmer, richtigen Entscheidung absichern.

    Moderiert wird die Veranstaltung durch Holger Schacht.

    Bei allen Vorträgen besteht ausreichend Gelegenheit zur Diskussion.

  • Inhalte

    09:00 Uhr Empfang und Registrierung


    09:30 Uhr Begrüßung

    Dr. Christoph Krischer

    Vorsätzliche Herbeiführung des Versicherungsfalls

    • Subjektiver Risikoausschluss und Direktanspruch des Geschädigten
    • Bedingter Vorsatz und Handlungserfolg
    • Kollusionsverdacht

    Holger Schacht

    • Technische Nachweismöglichkeiten

    Dr. Klaus-Dieter Brösdorf

    Schwarzfahrt / unbefugter Gebrauch

    • Außenhaftung des versicherten Halters
    • Ermöglichen eine Schwarzfahrt
    • Unbefugter Gebrauch durch Angehörige oder Mitarbeiter
    • Kausalität und Zurechnung

    Holger Schacht


    11:15 Uhr Kaffeepause


    11:30 Uhr Wildschaden / Rettungskostenersatz

    • Versicherter Geltungsbereich - Wild und andere Tiere
    • Typische Wildgefahr - Deckung nur bei Tieren „in Bewegung“?
    • Ursächlichkeit Kollision Tier und Schaden bei Sekundärkollision und Überreaktion
    • Nachweis Wildunfall - Beweislasten
    • Rettungskostenersatz - insbesondere Geeignetheit der Rettungshandlung

    Dr. Christoph Krischer

    • Möglichkeiten und Grenzen der technischen Aufklärung

    Dr. Klaus-Dieter Brösdorf


    13:00 Uhr Mittagessen


    13:45 Uhr Vandalismus / Unfall

    • Abgrenzung der Versicherungsfälle
    • Bedeutung der mut- oder böswilligen Gesinnung
    • Widersprüche zwischen Schilderung und Schaden
    • Zurechnungsfragen am Beispiel von Bergungsschäden

    Holger Schacht

    • Erzeugung echter Vandalismusschäden
    • Kompatibilitäts- und Plausibilitätsanalyse nach Unfällen

    Dr. Klaus-Dieter Brösdorf


    15:15 Uhr Kaffeepause


    15:30 Uhr Unfallflucht KF / KH - Obliegenheiten - Regress

    • Entwicklung der Rechtsprechung zur Verkehrsunfallflucht als Obliegenheitsverletzung eigenständige Bedeutung neben § 142 StGB?
    • Zurechnung der Obliegenheitsverletzung
    • Kausalität und Arglist - Möglichkeit des Kausalitätsgegenbeweises
    • Regress in der Kraftfahrthaftpflichtversicherung - versicherte Personen,
    • häusliche Gemeinschaft

    Dr. Christoph Krischer

    • Akustische und taktile Wahrnehmbarkeit

    Dr. Klaus-Dieter Brösdorf


    17:00 Uhr Ende der Veranstaltung

    Programmänderungen bleiben vorbehalten.

  • Teilnahmeinformationen

    Teilnehmerkreis

    Das Seminarrichtet sich an Leiter und Mitarbeiter von Versicherungsunternehmen in den Bereichen Kraftfahrtversicherung, Recht und Schaden, Versicherungsvermittler sowie Rechtsanwälte. 

    Teilnahmegebühr

    Die Teilnahmegebühr umfasst die digitalen Seminarunterlagen und die Bewirtung während der Veranstaltung.

    Seminarzeiten

    Das Seminar wird in der Zeit von 09:30 bis 17:00 Uhr durchgeführt. Vormittags und nachmittags findet jeweils eine Kaffeepause von 15 Minuten und mittags eine Pause von 60 Minuten statt.

    Hinweise zu FAO und Bildungszeit*

    Sie erhalten für Ihre Teilnahme ein Zertifikat über 6 Stunden nach § 15 FAO bzw. 6 Stunden Bildungszeit gem. den Vorgaben der IDD.

    Veranstaltungsort

    TBA

    Übernachtung

    Hotelbuchungen erfolgen durch die Teilnehmer selbst. Ein begrenztes Zimmerkontingent steht zum Abruf bis 30 Tage vor Seminarbeginn unter dem Stichwort „VersicherungsForum“ zur Verfügung.

    * Wir übernehmen keine Garantie für die Anerkennung der Fortbildung durch einzelne Rechtsanwaltskammern. Schadensersatzansprüche sind ausgeschlossen.

    Unsere Datenschutzhinweise für Teilnehmer finden Sie hier.

Web-Code
VF204
Preis

490,00 zzgl. ges. Mwst.

<p>583,10 € inkl. gesetzl. MwSt. Bei einer Sammelanmeldung zu derselben Veranstaltung erhält der dritte sowie jeder weitere Teilnehmer desselben Unternehmens 25% Rabatt auf die Teilnahmegebühr.</p>

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